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MEDUSA
... hier finden Sie Ergänzungen zur Biographie
"Lebensreise"
... Erinnerungen an ein Leben auf dem Drahtseil
... der Seiltänzerin, Wahrsagerin und Schriftstellerin
Pia Medusa Lagrin / geb. Traber vor.
08.12.1918 - 19.04.1997
... mit neuen Geschichten und allen original Fotos
Grußwort von Albert Ritter,
Präsident des Deutschen Schaustellerbundes e.V.
für die Biografie der Pia Maria Lagrin
Liebe Leserinnen und Leser,
die Circus- und Schaustellerei ist kein Beruf, sondern eine Berufung. Für die Artisten und Schausteller ist das Familiengeschäft weit mehr als ein Wirtschaftsunter-nehmen, mit dem Einkünfte erzielt werden; es bedeutet Familienbewusstsein, Zusammengehörigkeitsgefühl und Traditionspflege. Bis heute lässt sich das Circus- und Schaustellergewerbe mit seinen Besonderheiten und Erschwernissen, aber auch seiner großartigen sozialen Aufgabe nicht mit anderen Gewerbezweigen vergleichen. Seit Generationen vererbt sich der Circus- und Schau-stellerberuf. Es ist die Freiheit, die wir einerseits genießen, aber auch der immer wieder neue Kampf um die Existenz, der uns alle zusammenschweißt.
Pia Maria Lagrin war ein Zirkuskind, Artistin, Seiltänzerin und Schaustellerin. Sie hat als große Wahrsagerin den Menschen auf den Plätzen Illusionen geboten, Träumerei und ein Stück Mystik. Schon für uns Schaustellerkinder hatten die Wagen der Wahrsager immer etwas Geheimnisvolles. Solche Künstler bedeuten eine große Bereicherung für die bunte Welt des Kulturgutes Volksfest. Pia Maria Lagrin war aber auch ein Familienmensch, dem der Zusammenhalt in der Gemeinschaft - gerade in schwierigen Zeiten - Freude, Kraft, Mut und auch Trost gegeben hat. Ihre Lebensgeschichte liest sich wie ein spannender Roman, den man nicht eher aus der Hand gibt, ehe auch die letzte Zeile gelesen ist. Doch im Gegensatz zu einem Roman sind ihre Tagebuchaufzeichnungen keine Fiktion, sondern - bisweilen schonungslose - Realität.
Die Autorin nimmt den Leser mit auf ihre Lebensreise und erzählt über die Kindheit im elterlichen Zirkus, ihre großen Erfolge als Tänzerin auf dem Hochseil und als bekannte Wahrsagerin "Medusa". Jeder Lebensabschnitt bringt uns der Autorin näher. Der Erzählstil fasziniert, gerade weil er ungeschminkt und echt ist. Darüber hinaus sind die Tagebuchaufzeichnungen der Pia Maria Lagrin ein wichtiges Dokument deutscher Zeitgeschichte, ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.
Mit der Biografie über das Leben der Pia Maria Lagrin gewinnt das Circus- und Schaustellergewerbe ein Stück Erinnerung. Den Herausgebern Bernd G. Kreuzer und Blanka Medusa Lemoine danke ich von Herzen für ihre Initiative.
Albert Ritter
Präsident Deutscher Schaustellerbund e.V. / DSB
INFOTEXT:
Die drei Leben der Pia Medusa
1. Das Leben im Himmel
... beginnt kurz nach dem Ende des 1.Weltkrieges. Geboren am 8.12.1918 als "Schütze" in einem Pferdestall in der Nähe von Hannover, groß geworden in der bekannten Artistendynastie Traber, arbeitet sie schon als 3-jähriges Kind mit dem Vater als Akrobatin und später mit der Hundenummer ihrer Mutter in der Manege, tanzt als Teenager auf dem Drahtseil, verliebt sich in einen adeligen Wehrmachtoffizier, den Sie aus den Augen verliert.
2. In die Hölle
... kommt sie, als sie dann in der Nazizeit 1938 einen Sinto aus der Zirkusfamilie Lagrin heiratet und trotz aller Bedrohungen in dieser schwierigen Zeit zu ihrem Mann hält. Sie bekommt 1942 ihre Tochter Blanka und geht nach dem Krieg 1948 sofort wieder aufs Seil. Dort arbeitet sie auf Tourneen durch ganz Europa bis zu ihrem 55. Lebensjahr mit viel Erfolg als Seiltänzerin bei der Traber- und Lagrintruppe.
3. Das zweite Erden- Leben
... beginnt 1973 nach dem Tod ihres Mannes Wilhelm Lagrin, genannt Adam. Sie besinnt sich auf das von ihrer peruanischen Großmutter vererbte hellseherische Talent und arbeitet zusammen mit ihrer Tochter Blanka als gefragte und geschätzte Wahrsagerin Pia Maria Medusa.Bei ihren vielen Veranstaltungen besuchten sie auch viele prominente Gäste, wie Michael Gorbatschow, Mildred Scheel, Alfred Biolek, Jürgen von der Lippe, Dunja Reiter, Christine Kaufmann und viele, viele andere.Was an dieser Frau so fasziniert ist, neben ihren hellseherischen Fähigkeiten, ihre herzliche Menschlichkeit, mit der sie ihre Gäste in ihrem zweiten Lebensabschnitt fast 25 Jahre lang beraten hat.Diese Grand Dame der Wahrsagekunst hat, trotz des in der Nazizeit erlittenen Unrechts an ihrem Mann und seiner Familie, es geschafft, nie einer Verbitterung oder dem Gefühl von Rache nachzugeben. Sie hat nie ihre Liebe zu den Menschen verloren.Nach Aussagen ihrer Tochter Blanka hat sie in ihrer Freizeit viel gelesen und sie schrieb auch einige fantasievolle Geschichten, wie zum Beispiel: Die Geistergeige - Die schwarze Gräfin Gefährliches Abenteuer, - ...ein gefährlicher Ort (eine Geschichte aus dem Grunewald, diesen passenden Titel haben wir uns ausgedacht) und: Die Erlebnisse einer Nacht. - Viele dieser Geschichten sind leider nur als Textfragmente auf losen, handgeschriebenen Blättern vorhanden. Diese hat in unermüdlicher Detektivarbeit Edzard Klapp recherchiert, zusammengestellt und wieder lesbar gemacht.Damit Sie sich auch ein Bild von der bis jetzt unentdeckten Schriftstellerin "Pia Maria Lagrin" machen können, lesen Sie im Anhang mit viel Vergnügen, die geheimnisvolle Traumgeschichte von der "Geistergeige" und als Fragment die biographische Story: "Erlebnis einer Nacht"
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